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boo - Ein echter Crosser lässt sich von Kälte, Regen und Schlamm nicht beeindrucken. Dies zeigte sich am Sonntag in Hittnau: In allen Kategorien konnten beeindruckende Startfelder auf die Runde rund um den Schlosshügel geschickt werden. Die äusserst selektive Streckenbeschaffenheit sorgte in allen Rennen schon frühzeitig für klare Verhältnisse.

Mit seinem Sieg in Hittnau trägt sich Marcel Meisen ins Rekordbuch der EKZ CrossTour ein. Es war der fünfte Sieg des deutschen Meisters im Rahmen der Rennserie – so oft hat vor ihm noch keiner gewonnen. Die beiden anderen Podestplätze gingen an David Van der Poel (NED) und Dieter Vanthourenhout (BEL). Letzterer konnte sich neu ins Leadertrikot der Gesamtwertung einkleiden lassen.

Es war schon dämmrig, als Meisen einige Minuten nach 16 Uhr die Ziellinie überquerte. In der Stunde zuvor hatte er – seit der zweiten Runde solo an der Spitze liegend – seinen Vorsprung kontinuierlich ausgebaut und konnte seinen Sieg zuletzt mit einer wohl dosierten Sicherheitsmarge heimfahren. Letzteres war das Gebot der Stunde: Der Boden war derart tief und die Verhältnisse so schwierig, dass selbst von den Cracks kaum einer die berühmt-berüchtigte Schlosshügelabfahrt auf dem Velo hinter sich brachte. Rad buckeln hinauf und hinunter also.

Mehr als passabel buckelten die Schweizer, auch wenn der heimlich erhoffte Exploit ausblieb. In der Startrunde zeigten sich etliche Eidgenossen zuvorderst im Feld, allen voran Kevin Kuhn. Auch wenn die Lokalmatadoren die Pace der Spitze nicht ganz mitgehen konnten: Mit den Rängen 6 (Marcel Wildhaber), 7 (Kevin Kuhn), 8 (Timon Rüegg) und 9 (Lukas Flückiger) war die Bilanz sehr solide. Vier Fahrer in den ersten zehn, das schaffte keine andere Nation auch nur annähernd. 

Vorentscheid der Frauen in der ersten Rennminute

Das Frauenrennen war noch kaum eine Minute alt, der Pulk der Fahrerinnen bog in die erste, vermeintlich harmlose, leicht abfallende Wiesenpassage ein – da passierte es. Ein Vorderrad nach dem andern rutschte weg, Fahrerin um Fahrerin ging zu Boden. Als alle Räder wieder eingesammelt und auf Kurs gebracht worden waren, schien klar: Da war bereits ein Vorentscheid gefallen. Die Schweizer Hoffnung Zina Barhoumi war wegen des Zwischenfalls weit zurückgefallen, die deutsche Mitfavoritin Elisabeth Brandau lag fast an letzter Position.

Unbeschadet überstanden hatte den Massensturz die luxemburgische Meisterin Christine Majerus, und sie wusste die Gunst der Stunde zu nutzen. Im Stile eines Uhrwerks legte sie Runde für Runde Bestzeit hin und gewann schliesslich überlegen, 1:38 Minuten vor Marlène Petit – und Elisabeth Brandau! Diese hatte nach ihrem Malheur eine Aufholjagd gezeigt, die ihresgleichen sucht, und konnte dafür den verdienten Lohn in Form eines Podestplatzes kassieren.

Beste Schweizerin wurde mit Rang 8 Noemi Rüegg. Die heimliche Mitfavoritin Barhoumi fand nach ihrem Abflug den Tritt nicht mehr so richtig und musste sich mit Rang 15 begnügen, unmittelbar hinter Landsfrau Lara Krähemann und vor Tina Züger.

Zwei Schweizer Podestplätze bei den Junioren

Lars Sommer als Zweiter, Dario Lillo Dritter: Eine schöne Schweizer Bilanz beim Rennen der Junioren! Die Nase ganz vorn hatte allerdings der Franzose Grégoire Romain, der das Rennen von A bis Z dominierte – jedenfalls fast.

Wohl beflügelt von mehreren Spitzenresultaten in letzter Zeit, ging Dario Lillo das Rennen offensiv an und setzte sich nach dem Start sofort an die Spitze. Hatte er dabei etwa leicht überdreht? Jedenfalls stürzte er in der ersten Schlosshügel-Abfahrt und büsste dabei sofort einige Sekunden ein. Und das gleiche Missgeschickt passierte ihm in der zweiten Runde gleich nochmals.

Derweil hatte sich Romain an die Spitze gesetzt und wurde von seinen Konkurrenten bis zur Zieleinfahrt nicht mehr gesehen. Dahinter kämpfte ein Trio um die verbleibenden zwei Podestplätze: Lillo, Sommer und mit Martin Groslambert ein weiterer Franzose. Dieser wurde von den beiden Schweizern in den letzten zwei Runden leicht distanziert. Sommer, der zuvor einige Zeit auf Rang zwei gelegen hatte, musste sich im Sprint Sommer geschlagen geben.

Im gleichzeitig stattfindenden Rennen der Amateure / Masters zeigte Sven Olivetti, wer in dieser Kategorie derzeit das Sagen hat. Der Gesamtleader fügte seinen bisherigen zwei Siegen in der laufenden Saison unangefochten einen dritten hinzu.

Machtdemonstration von Francesco Caruso

Wie fährt man innerhalb einer einzigen Runde ein Loch von einer halben Minute zu? Die Antwort auf diese Frage gab Francesco Caruso in der Kategorie U17. Verhalten gestartet und nach einer Runde nur auf Rang 5 liegend, zeigte er sich bei der zweiten Zieldurchfahrt an der Spitze und gab diese Position nicht mehr ab. Im Gegenteil: Am Schluss realisierte er mit nahezu einer Minute Vorsprung seinen ersten Sieg im Rahmen der EKZ CrossTour.

Dahinter entwickelte sich ein hoch spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Die Nase vorn hatte am Ende Gesamtleader Jan Christen, der damit seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausbaute. Nico Huter vervollständigte das Podest.

Bei den jungen Frauen wurde Monique Halter ihrer Favoritinnenrolle gerecht und landete den dritten Sieg in Serie; sie ist damit in der diesjährigen EKZ CrossTour ungeschlagen.

Kälte, Regen und Schlamm machten die Strecke hart

Ein echter Crosser lässt sich von Kälte, Regen und Schlamm nicht beeindrucken – in der Hobby-Kategorie schon gar nicht. 74 Herren und 6 Damen standen am Sonntagmorgen früh am Start und machten alsbald Bekanntschaft mit den Tücken der Strecke, insbesondere der spektakulären Abfahrt vom Schlosshügel.

Adrian Berger, bereits Sieger in Aigle und damit Träger des grünen Trikots des Ersten in der Gesamtwertung, liess von Beginn weg nichts anbrennen. Ein Start-Ziel-Sieg war seine Ausbeute, eine gute Minute vor dem Zweiplatzierten Mario Niederöst und Damiano Barloggio. Bei den Damen fuhr Alexandra Bähler ebenfalls ihren zweiten Sieg ins Trockene – soweit sich dies im Regen von Hittnau sagen liess. Berger und Bähler sind damit auch die beiden klar Führenden in der Gesamtwertung.